Beschreibung
Druck-Ausgabe: 12,95 €
eBook-Ausgabe: 8,97 €
Ein Anfang ist überall dort, wo man etwas (zu tun) beginnt. Das kann (auch) am Anfang sein – muss aber nicht!
Das Schreiben anfangen - aber wie? Wie Sie die Hürde einer wissenschaftlichen Arbeit nehmen und den Schreibprozess ganz locker beginnen, zeigt Maria Haines in ihrem UTB-Band ABC der wissenschaftlichen Abschlussarbeit:
Allein der Gedanke des Irgendwie-anfangen-Müssens versetzt manchen schon in Panik. Dabei ist, nach Abänderung einer kleinen Silbe, das weitere Vorgehen gar nicht so problematisch, wie es zunächst scheint. Es geht nämlich nicht darum, irgendwie anzufangen (das wäre planlos), sondern irgendwo (was zwar auch nicht eben planvoll zu nennen ist, woraus sich aber immerhin eine Struktur entwickeln lässt).
Dass ein Buch in genau der Reihenfolge geschrieben würde, wie es sich später seinem Leser präsentiert, ist eher unwahrscheinlich: Auch ein Romanautor entwickelt zuerst seine Charaktere, zeichnet Handlungsstränge, baut ein und um, nimmt Änderungen vor und verwirft sie wieder – warum also sollte eine Abschlussarbeit in der Reihenfolge: Einleitung, Hauptteil, Schluss geschrieben werden (müssen)? Diesem Trugschluss unterliegend, verzweifelt jedoch schon mancher, noch ehe die erste Zeile zu Papier oder vielmehr in die Datei gebracht wurde.
Dabei kann eine Abschlussarbeit ganz einfach begonnen werden: dort und damit nämlich, wo und womit sich der potenzielle Verfasser dieser Arbeit auskennt: Das kann z. B. ein spezielles Gebiet innerhalb des thematischen Gefüges sein oder auch nur ein Wort; möglicherweise sind es sogar mehrere Begriffe. Ganz gleich, was es ist und wie viel es ist: Es sollte notiert werden – mit Anmerkung, sofern eine solche als wichtig erscheint, und ohne Bedeutungszuweisung, wenn eine solche nicht gegeben ist.
Zuerst ist ausschließlich der Gedanke wichtig – und vielleicht eine Idee. Formalia werden in dieser Phase des Brainstormings ebenfalls noch völlig außer Acht gelassen; bedeutsam ist jedoch, dass sich die Notizen nicht auf verschiedenen Zetteln »verlieren«, sondern in einem einzigen Dokument wiederfinden lassen.
Aus dem Notierten ergeben sich entweder Gedanken, die weiter zu erforschen, vielleicht nachzuschlagen und zu vertiefen sind, oder aber man entdeckt eine Spur, die sich innerhalb des eben vollzogenen Gedankengangs weiter entwickelt. Manche solche Wege führen über andere gedruckte Quellen, die man bisher möglicherweise noch nicht berücksichtigt hatte, oder aber sie decken ein Labyrinth auf, in dem man sich beinahe verlaufen hätte, und das nun zur Umkehr bzw. zu einem neuen Ansatz führt. Sobald sich solche Wege entdecken lassen, beginnt sich eine Struktur abzuzeichnen: der Ansatz einer Gliederung.
Anfänge und Anfangsmöglichkeiten gibt es tatsächlich viele; und es ist auch gar nicht »das Anfangen« an sich, das möglicherweise »schwer« wäre. Was tatsächlich zu Problemen führen kann, sind die Anfänge, die man selbst nicht als solche identifiziert, weshalb wichtige Detailarbeit unterbleibt und man sich vermeintlich Unaufschiebbarem zuwendet. Dabei entscheidet gerade der »erste Anfang« darüber, wohin ein einmal eingeschlagener Weg führt, ob es sinnvoll wäre, ihn weiter zu verfolgen, oder ob man an einer bestimmten Stelle besser umkehren sollte.
Der Inhalt dieser Seite stammt aus dem UTB-Band:
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