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Was tun bei Schreibblockaden?

Immer wieder gerät man beim Abfassen einer wissenschaftlichen Arbeit in Phasen, wo es nicht richtig weiter geht. Wenn das Schreiben nicht nur ins Stocken gerät, sondern gar nicht mehr möglich ist, kann eine Schreibblockade vorliegen.

Maria Haines erklärt in ihrem UTB-Band ABC der wissenschaftlichen Abschlussarbeit, woran man Schreibblockaden erkennt und was man dagegen tun kann:

Woran erkennt man Schreibblockaden?

Was viele bereits als Schreibblockade identifizieren, ist oftmals gar keine! Schreiben ist ein Reifeprozess und braucht deshalb Zeit – viel Zeit. Wer also in den Anfängen seines Schreibens noch ausgiebig auf dem Stift herumkaut und so gar keine Idee hat, unterliegt deshalb noch lange keiner Schreibblockade, sondern befindet sich in den Phasen der Planung, der Ideenfindung, des Strukturaufbaus, welche alle noch einer Theoriephase zuzuordnen sind.

Damit niemand dort verharrt, wird empfohlen, jeden Gedanken, jede Idee, jedes Wort, das im Kontext in den Sinn kommt, zu notieren und entweder eine Mind-Map daraus zu erstellen oder aber zu diesem Stichwort ein Umfeld aus schriftlich fixierten Gedanken zu bilden. Dies kann in Satzform ebenso vorgenommen werden, wie zunächst auch die Form des Telegrammstils genügt. Wesentlich ist, dass schriftlich formuliert wird! Hier macht Übung wirklich den Meister.

Schreibblockaden sind kein »Schicksal«

Sitzt man aber irgendwann tatsächlich an seinem Typoskript und weiß weder vor- noch rückwärts, so muss auch unter dem größten Zeitdruck noch keine Panik ausbrechen: eine Schreibblockade kann behoben werden; sie ist kein unausweichliches Schicksal.

Wer noch über ein überschaubares Zeitkontingent verfügt, sollte sich selbst eine Arbeitsabstinenz verordnen: Abstand schafft immer noch die beste Abhilfe. Am besten schläft man sich wieder einmal richtig aus, treibt eine Runde Sport, lässt sich bei einem Spaziergang den Kopf frei pusten, geht unter Leute, erörtert mindestens ein ganz anderes Thema als die Arbeit und kann sich anschließend mit frischen Impulsen wieder an seinen Schreibtisch setzen. Das Problem, welches doch kürzlich erst noch einengte, stellt sich nach einer solchen Unterbrechung häufig als durchaus lösbar heraus: Man hatte sich nur versponnen in seinem eigenen Gedanken-Netz.

Etwas schwieriger, wenngleich immer noch nicht dramatisch, gestaltet sich die Behebung einer Schreibblockade, wenn die Zeit drängt. Manchmal stellt sogar gerade der Zeitdruck den Auslöser für eine Schreibblockade dar. Eine Arbeitsabstinenz kommt natürlich überhaupt nicht mehr infrage; und dass man sich festgefahren hat, weiß man sowieso. Nur einen Ausweg aus dem Dilemma findet man nicht, sondern verstrickt sich umso tiefer, je zwanghafter und hektischer man nach einer Lösung sucht.

Der Trick: Lesen statt schreiben

Hier hilft nur noch Selbstüberlistung: Statt geschrieben wird nun gelesen. Da sowieso noch eine Schlusskorrektur der Arbeit vorzunehmen ist, wird auf diese Weise auch keine Zeit vertan bzw. »verloren«. Um aber einem inhaltlichen Lesen, welches aktuell nicht sinnvoll ist (da es die Schreibblockade möglicherweise vertiefen könnte) ebenso vorzubeugen wie einem Überfliegen des Textes, wird eine bestimmte Aufgabe mit dem Lesen verbunden – z. B. dergestalt, dass alle Füllwörter anzustreichen sind: »also«, »eigentlich«, »geradezu« »gänzlich«, »im Prinzip«, »letztendlich«, »quasi«, »sowieso«, »überhaupt«, »wohl«, »ziemlich« – um nur einige wenige anzuführen. Sind diese Wörter im Typoskript markiert, muss der Text füllwörterfrei – am besten laut – gelesen werden:

  • Ergibt er so noch den Sinn, den man bezweckte?
  • Oder sind die ausgestrichenen Wörter, zumindest im Einzelfall, doch von Zusammenhang bildender Bedeutung?
  • Wie verändert sich die Satzstruktur durch die Streichung der Wörter?
  • Bleibt die Aussage an sich erhalten? Oder muss umformuliert werden?
  • Hat der Text eine Straffung erfahren? Wenn ja: zum Besseren hin oder nicht?

Da durch eine solche Vorgehensweise in jedem Fall die eine oder andere Umformulierung erforderlich wird, befindet man sich – heureka – wieder im Schreibprozess. Und wer schreibt, kann logischerweise keiner Schreibblockade unterliegen.

Es müssen nicht unbedingt Füllwörter ausgemerzt werden; denkbar ist auch, bestimmte Satzkonstrukte zu untersuchen: auf Eindeutigkeit in der Aussage, auf Satzanfänge, auf die Anzahl nur aus Hauptsätzen bestehender Sätze usw. Wichtig ist, dass ein vom Schreiben ablenkendes Lesen stattfindet, welches jedoch in der Folge (durch Korrektur) ein Schreiben wieder erfordert.

Wenn es eigentlich gar nicht am Schreiben liegt

Wer feststellt, dass die Schreibblockade aus mangelnder Fachkenntnis resultiert, sollte um eine Verlängerung bei seinem Prüfer ersuchen: Ohne fundiertes Wissen gerät eine solche Examensarbeit zu einer frustrierenden Angelegenheit: frustrierend für denjenigen, der sich notgedrungen auf Halbheiten einlassen muss; frustrierend aber auch für den Prüfer, der eine solche Arbeit lesen und bewerten soll.

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1 Beitrag
Aurel Gergey schrieb:

Ergänzend dazu: "Schreibblockade überwinden", http://www.gergey.com/schreibblockade.pdf

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