Schreiben im Studium: Verschiedene Zwecke

Das Schreiben von Texten spielt im Studium eine wichtige Rolle. Dabei kann Schreiben im Studium allerdings ganz unterschiedliche Anlässe haben und verschiedenen Zwecken dienen.

Otto Kruse grenzt in seinem UTB-Band Lesen und Schreiben folgende acht Arten des Schreibens im Studium anhand unterschiedlicher Ziele voneinander ab:

1. Schreiben von Abschlussarbeiten

Es ist ein altes Ritual der Hochschule, dass die Absolventen zum Schluss eine längere wissenschaftliche Arbeit schreiben. Diese Arbeit soll einerseits zeigen, dass Sie etwas gelernt haben und disziplinspezifischen Kommunikationsformen beherrschen, sie soll andererseits aber auch Gelegenheit geben, sich vertieft mit einer Frage auseinander zu setzen und dabei zu demonstrieren, dass Sie Formen des selbständigen wissenschaftlichen Arbeitens beherrschen.

2. Schreiben als Prüfung

Es gibt schriftliche Klausuren, in denen Sie zeigen müssen, was Sie gelernt haben bzw. dass Sie gekonnt mit wissenschaftlichen Fragestellungen umgehen können. Diese Arbeiten fordern Sie dazu auf, ein Thema zu reflektieren, kommentieren, rekapitulieren. Es kommt darauf an, diese spezifischen Anforderungen unter Verwendung von Fachwissen zu erfüllen.

3. Forschungsdarstellungen

In manchen Studienfächern, vor allem im Masterstudium, müssen Sie nicht didaktische Texte schreiben, sondern die Texte, die auch in den Wissenschaften selbst verwendet werden wie Forschungsartikel oder Literaturberichte. Auch wissenschaftliche Dokumentationsformen wie Laborberichte oder Protokolle kann man dazu zählen.

4. Berufliches Schreiben

In nicht wenigen Studiengängen werden praxisbezogene Themen behandelt und Sie müssen Texte schreiben, wie sie in beruflichen Kontexten vorkommen. Dazu gehören z. B. technische Dokumentationen, Rezensionen, Arztbriefe, Prüfberichte, Konzepte, Geschäftsvorschläge, Offerten, usw. Die Vielfalt dieser Genres ist so groß, dass man sie unmöglich aufzählen kann.

5. Schreiben als persönliche Lerndokumentation

Vorlesungsmitschriften, Aufzeichnungen aus Seminaren, Reflexionen, Notizen zu Gelesenem gehören zu den Textarten, die Sie für sich selbst schreiben und die niemand außer Ihnen zu Gesicht bekommt. Diese Texte dienen teils der Übung, teils sind sie »transitorische Texte«, die nur eine Vorstufe zu einem weiteren Text sind. Sie sind einerseits notwendig, um Ihr Gedächtnis zu entlasten und andererseits, um Ihr reflexives Denken zu unterstützen oder Ihre reflexiven Fähigkeiten zu trainieren.

6. Populärwissenschaftliches Schreiben

In der Regel schreiben Sie im Studium für eine wissenschaftliche Gemeinschaft. Sie verwenden deren Begriffe, Ausdrucksweise und Darstellungskonventionen, die jedoch für Laien oft unverständlich sind. Gelegentlich müssen Sie Texte auch für nicht wissenschaftliche Adressatengruppen schreiben, und dann eine der populärwissenschaftlichen Textformen verwenden.

7. Schreiben, um Neues zu lernen

Viele Texte und Schreibanlässe im Studium dienen dazu, sich Wissen zu erarbeiten. Dazu gehören die Seminar- und Abschlussarbeiten. Sie geben Ihnen Gelegenheit, sich in ein Thema einzuarbeiten und einen Aspekt des Themas genauer darzustellen. Mit dieser Art des Schreibens sollen Sie lernen wie man als Mitglied Ihres Faches denkt, argumentiert und spricht. Die abgegebenen Arbeiten dienen gleichzeitig auch als Nachweis, dass Sie diese Fähigkeiten beherrschen.

8. Schreiben, um Schreiben zu lernen

Es gibt Situationen, in denen Sie Texte schreiben müssen, damit Sie üben, wie man Texte schreibt. Hier geht es also darum, wie im Deutschunterricht, Schreibformen auszuprobieren. Es kommt nicht so sehr auf den Inhalt des Textes an, sondern auf die Schreiberfahrung.

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Presse / Kunde

 

aus dgfkt.de, 21.03.2011

„Gerade für den Ungeübten ist es eine lohnende Anschaffung.”

 

von K. Schlingmann am 29.10.13

„Sehr detaillierte Informationen insbesondere zum Umgang mit Literatur und Wissenschafttssprache. Viele Beispiele, sehr leserfreundlicher Aufbau.”
Zum Volltext der Rezension

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