Fit fürs Studium: Schlüsselkompetenzen, die Sie brauchen

Studieren heißt nicht nur lernen. Es werden vielmehr ganz unterschiedliche Kompetenzen im Studium von Ihnen erwartet. Manche davon werden Ihnen mehr liegen, andere weniger.

Edith Püschel ist Dipl. Psychologin und Psychotherapeutin und arbeitet in der Studienberatung und Psychologischen Beratung der Freien Universität Berlin. Der Inhalt dieser Seite stammt aus ihrem Buch Selbstmanagement und Zeitplanung. Im utb-Shop finden Sie zu diesem Titel kostenloses Zusatzmaterial:
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Was das Studium von Ihnen fordert

Erfolgreiches Studieren umfasst die Fähigkeit, zielbezogen Wissen zu gewinnen, zu strukturieren, zu kommunizieren und in einem praktischen oder theoretischen Kontext anzuwenden. Sie werden mit fachspezifischen Informationen und Methoden konfrontiert und haben die Aufgabe, profunde Kenntnisse zu erwerben und die Fähigkeit zu entwickeln, damit umzugehen.

Fächerübergreifend sollen Sie im Studium die Qualifikation ausbilden, Lernprozesse eigenverantwortlich zu organisieren – aber eigentlich sind Sie von Beginn an gefordert, sogenannte Schlüsselkompetenzen einzusetzen: Aktive Orientierung am Fachinhalt, zielbewusstes Handeln, selbstgesteuertes Lernen und soziale Kompetenz.

Studieren ist Handwerk und Kunst, verlangt Sorgfalt, Genauigkeit, Ausdauer und Kreativität. Wie bei jedem Handwerk kommt es darauf an, die richtigen Techniken zu beherrschen und fähig zu sein, Zeit und Krafteffizient einzusetzen. Bedingungen am Arbeitsplatz, Wohlbefinden, verfügbare Methoden und die Projektplanung haben Auswirkungen auf das Ergebnis.

Erweitern Sie Ihr Repertoire an Arbeitsstrategien und Lernmethoden und nehmen Sie sich Zeit, diese auch auszuprobieren. Nur durch Üben und aufmerksames Begleiten der Arbeitsverläufe und Bewerten der Arbeitsergebnisse erwerben Sie echte Verhaltensalternativen.

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Mit dem Kopf arbeiten

Intellektuelle Arbeit – wie Studieren – verlangt von Ihnen unterschiedliche geistige Leistungen, die sich nicht exakt voneinander trennen lassen:

Um beispielsweise die Aufgabenstellung einer Übungsaufgabe zu verstehen, benötigen Sie analytisches Begreifen; für die erforderlichen Formeln oder Argumentationslinien müssen Sie vorhandenes Wissen aktualisieren und um Lösungsideen zu produzieren, setzen Sie assoziativ-intuitiv Ideen ein und greifen dabei auf bisherige Erfahrungen zurück. Sie experimentieren gedanklich, überprüfen verschiedene Ansätze und treffen eine Entscheidung. Um Rechenverfahren anwenden zu können, benötigen Sie instrumentelle Kenntnisse und zum Verbalisieren der Lösung bzw. beim Formulieren von Argumenten sind Sie auf Ihr Sprachvermögen angewiesen, auf Kenntnisse des Fachjargons und Ihre Kreativität. Wenn Sie einen längeren Text verfassen wollen, ist es vor dem Schreiben wichtig, das recherchierte Material verstehen und nach inhaltlichen Schwerpunkten strukturieren und zusammenfassen zu können.

Allen hier angesprochenen Fähigkeiten lassen sich bestimmte Anforderungen zuordnen, die vorwiegend geistiger Art sind und die man auch spezifisch trainieren kann.

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Das analytische Begreifen

Es verlangt ein systematisches Durchgehen der einzelnen Formulierungen (oder Formeln) und Identifizieren wichtiger Teilelemente des Sachverhalts oder der Aufgabenstellung. Man muss genau sein, konzentriert vorgehen, zwischen Haupt- und Nebenaussagen unterscheiden sowie Bewertungen treffen.

Üben lässt sich diese Fähigkeit am besten an kleinen Textabschnitten, die man präzise erschließt, indem man alle Aussagen vollständig herausarbeitet. Solche Kopfarbeit ist anstrengend und kann nur kurze Zeit erbracht werden, dann tut Bewegung gut und ein Wechsel zu einer anderen Tätigkeit.

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Das Suchen nach Problemlösungen

Dieses Suchen erfordert anderes Können: Statt Ihre Gedanken streng zu kontrollieren, lassen Sie sie umherschweifen und suchen in dem Bereich möglicher Lösungen nach Anhaltspunkten, die Sie überprüfen. Solche intuitiv- assoziativen Suchprozesse sind sinnvoll, wenn der mögliche Bereich von Lösungen begrenzbar ist. Das setzt voraus, dass Sie die Aufgabenstellung einordnen können und Sie sich mit den entsprechenden Fakten vertraut gemacht haben.

Das geistige Experimentieren gelingt am besten, wenn Sie entspannt sind. Ein spielerischer Umgang mit Problemen (Brainstorming) lässt sich gut in Gruppen üben.

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Das Einbringen von Wissen

Das Einbringen von Wissen setzt Lernen voraus. Daten, Fakten und Theorien müssen erarbeitet und eingeprägt werden. Zu diesem Zweck sollten Sie sich übersichtliche Lehrmaterialien zugänglich machen, Lerneinheiten festlegen, das Material lesen und auf wesentliche Aussagen verdichten, diese dokumentieren und sich einprägen, in eigenen Worten wiedergeben und wiederholen.

Hier ist eine nüchterne Arbeitshaltung gefordert: Abarbeiten von Aufgaben, Lesen, Unterstreichen, Schreiben und gelegentliches Vor-sich-hin-Murmeln. Dieser Bereich des wissenschaftlichen Arbeitens ist gut versorgt mit Tipps und hilfreichen Methoden.

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Strukturieren

Strukturieren verlangt von Ihnen, dass Sie Gemeinsamkeiten, Unterschiede und Zusammenhänge erkennen. Dazu benötigen Sie vor allem analytische Fähigkeiten und Wissen über den Sachverhalt. Ohne Struktur gehen Ideen und Informationen verloren.

Material lässt sich ordnen, indem man einzelne Aussagen einander gegenüberstellt. Wenn der Wissensinhalt komplexer ist, sollten Sie Kategorien bilden, das heißt Merkmale unter sinnvollen Oberbegriffen zusammenfassen, also abstrahieren. Zwischen verschiedenen Kategorien müssen Sie das Trennende herausarbeiten, aber auch den Zusammenhang bestimmter Kategorien festlegen. Dafür müssen Sie Hierarchien bilden und Bewertungen vornehmen.

Obwohl hier viel rationale Denkleistung verlangt wird, geht es auch um Befähigungen, die beim Problemlösen gefordert sind. Das Anfertigen von Mind-Maps über Texte oder Vorlesungsinhalte trainiert strukturierende Tätigkeiten.

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Technisch-instrumentelle Befähigung

Diese Befähigung braucht man für Rechenverfahren, Laborarbeiten, Mikroskopieren, Lautanalysen und logisches Schlussfolgern. Gelernte Operationen werden zur Bewältigung neuer Aufgaben eingesetzt, und je weniger man über die Technik nachdenken muss, umso leichter funktioniert sie.

Es ist offensichtlich, dass es hier vor allem auf Einüben ankommt, wenn Sie sich verbessern möchten

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Das Formulieren von Texten

Das Formulieren von Texten und auch das Versprachlichen von Mess- oder Rechenergebnissen, beansprucht den kreativen Bereich des Denkens. Trotz technischen Könnens, das man erwerben kann, ist Schreiben zugleich eine individuelle schöpferische Handlung.

Das Verfassen wissenschaftlicher Texte erfordert Arbeitsschritte, von denen manche eher dem rationalen und andere mehr dem kreativen Denken zuzuordnen sind. Alle Teilbereiche lassen sich üben. Wichtig ist, den Prozesscharakter des Schreibens zu verstehen: Es ist eine Aufgabe, die man nicht auf Anhieb bewältigt. Geduld ist erforderlich und eine gehörige Portion Frustrationstoleranz. Sie müssen es ertragen, noch unvollkommene Texte zu akzeptieren, um sie wiederholt zu überarbeiten und zu erweitern.

Das Verschriftlichen eigener wissenschaftlicher Ideen lässt sich von Anfang des Studiums an üben, beispielsweise mit einem Wissenschaftsjournal.

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Der Inhalt dieser Seite stammt aus dem UTB-Band:


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Beschreibung

Druck-Ausgabe: 12,95 €
eBook-Ausgabe: 8,97 €

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Stimmen zum Buch

E. Bösl am 19.06.13

„Die Typografie ist prima. Der Stil ist sehr passend. Die Autorin respektiert die Studierenden mit ihren Problemen und nimmt sie ernst. Sie rät, statt zu belehren. Die Übungen sind konkret, einfach und leicht zu integrieren, ohne banal zu wirken. Es kommt im Unterschied zu anderen Ratgebern kein "Kindergarten" Gefühl auf.”

N. Hofferberth am 11.02.13

„Das Buch regt zum Nachdenken an und motiviert, mit alten Gewohnheiten zu brechen und den inneren Schweinehund zu besiegen - und das kompakt auf unter 150 Seiten! Insbesondere für StudienanfängerInnen sehr empfehlenswert.”

 

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