Der Klügere liest rot.

Spezialsuchmaschinen

Um an Informationen für das Studium zu gelangen, sind vor allem die wissenschaftlichen Suchmaschinen interessant. Sie bieten neben den Volltexten aus Open-Access-Quellen mitunter auch den Zugang zu Volltexten, die über die eigene Hochschule oder Institution lizenziert sind. Voraussetzung dafür ist allerdings die vorherige Anmeldung im Netz der jeweiligen Hochschule oder Institution. Hierfür gibt es unterschiedliche technische Möglichkeiten, z.B. mit Hilfe eines VPN-Clients (Virtual Private Network) oder des Eintrags des entsprechenden Proxy-Servers in Ihren Browser, falls Sie von außerhalb des Netzes der Institution auf die Ressourcen zugreifen möchten. Auf diese Weise baut sich ein virtueller „Tunnel“ zum Netz mit dem entsprechenden Angebot auf.

BASE

BASE (Bielefeld Academic Search Engine)12 ist eine der weltweit größten Suchmaschinen für wissenschaftliche Open-Access-Quellen. Sie wurde von der Universitätsbibliothek Bielefeld entwickelt und ging 2004 an den Start. Die multidisziplinäre Suchmaschine zeichnet sich durch besonders hohe Transparenz aus, gleich auf der Startseite wird die aktuelle Anzahl der indexierten Dokumente angezeigt – derzeit über 44 Millionen – sowie die Zahl der Quellen (über 2500), aus denen sie stammen, mit Link zum Quellenverzeichnis. BASE durchsucht Dokumentenserver (Repositories), die zumeist von Hochschulen, Bibliotheken und Forschungsinstituti-onen betrieben werden, und ausgewählte Internetquellen, die für die Forschung relevant sind. Im Vergleich zu kommerziellen Universalsuchmaschinen zeichnet BASE vor allem folgendes Merkmal aus: Es findet eine redaktionelle Auswahl der indexierten Quellen statt. Diese Quellen sind Bestandteile des Deep Web und sind in Universalsuchmaschinen meist nicht erschlossen oder gehen in großen Trefferlisten unter. Indexiert werden nur die Metadaten (Titel, Abstract …), nicht die Volltexte, daher ist auch keine Suche im gesamten Text des Dokuments möglich.
Mit dem in BASE enthaltenen Eurovoc Thesaurus können Sie eine multi-linguale Suche in bis zu 21 Sprachen starten. Im Vergleich zu Universalsuchmaschinen haben Sie in BASE wesentlich mehr Möglichkeiten den Suchbereich einzuschränken. Ihre Trefferliste können Sie weiter verfeinern nach Autoren, Quellen, Dokumentart, Sprache u.a. Sie haben zudem mehrere Optionen zur Sortierung der Ergebnisliste. Die einzelnen Suchergebnisse in der Liste werden Ihnen mit differenzierter Anzeige der bibliographischen Daten präsentiert und nicht wie bei Suchmaschinen sonst üblich nur mit Snippets, kurzen Textausschnitten, die die Suchbegriffe enthalten, aber nicht immer hilfreich sind. Eine nur in wenigen Datenbanken zu findende Browsing-Funktion könnte Ihnen bei einer thematischen Suche helfen.
In der Trefferliste ist ein Link zu Google Scholar integriert. Möchten Sie zum Beispiel wissen, ob der gefundene Treffer in anderen Dokumenten zitiert wurde, können Sie das möglicherweise in Google Scholar finden.

Google Scholar

Google Scholar 14 ist eine seit 2004 angebotene Suchmaschine für wissenschaftliche Inhalte. Mit dieser Suchmaschine finden Sie sowohl Open-Access-Quellen als auch zum Teil kostenpflichtige Volltexte von Verlagen und Fachgesellschaften, damit erschließt die Suchmaschine auch einen Teil des Deep Web. Neben Dokumenten im Volltext indexiert Google Scholar auch bibliographische Nachweise (Zitationen) von Büchern im Printbestand von Bibliotheken. Wenn Sie über Einstellungen Ihre Bibliothek auswählen (Bibliothekslinks), können Sie zum Beispiel über den SFX-Link (s. S. 59), der zum Katalog der Bibliothek führt, sofort nachprüfen, ob das gefundene Buch in Ihrer Bibliothek vorhanden ist und ob es gerade verfügbar oder vielleicht ausgeliehen ist. Noch komfortabler ist es, wenn der Link zu einem Volltext führt, der von der eigenen Bibliothek lizenziert ist.

Die Vorteile von Google Scholar:
• einfache Bedienbarkeit (die Oberfläche ist bekannt von Google),
• die Geschwindigkeit,
• die Integration verschiedener Inhaltstypen, suchbar über ein einziges Suchformular und vor allem
• die Volltextindexierung.

Das Besondere im Vergleich zu anderen wissenschaftlichen Suchmaschinen ist der Link zu Publikationen, die ein Dokument zitieren (Zitiert durch), das heißt, Sie haben hier die Möglichkeit über andere Beiträge, die den von Ihnen ausgewählten Treffer zitiert haben, weitere Literatur zu Ihrem Thema zu entdecken. Die Nachteile von Google Scholar:
• die Qualitätsstandards der gefundenen Informationen sind nicht eindeutig, es findet keine redaktionelle Auswahl statt;
• die algorithmenbasierte Suche ist zwar ausgedehnt auf Verlagsinhalte, aber es gibt keine genauen Angaben darüber, aus welchen Quellen die Dokumente indexiert werden.

Auch die Suchwerkzeuge sind im Vergleich zu Fachdatenbanken eher unzureichend, so dass Google Scholar sich vor allem als Einstieg in ein Thema eignet. Beim Export der Treffer in ein Literaturverwaltungsprogramm sollten Sie die bibliographischen Angaben aufmerksam betrachten, nicht immer stimmen die Daten, manchmal sind sie auch unvollständig.

Scirus

Die Suchmaschine Scirus, die seit 2001 vom Elsevier-Verlag betrieben wird, bezeichnet sich selbst als weltweit umfangreichste wissenschaftliche Suchmaschine. Sie sucht mittels Crawling das gesamte wissenschaftliche Netz ab und ihr Index umfasst derzeit über 545 Millionen wissenschaftliche Dokumente aus Open-Access-Repositories und Webseiten im Volltext.
Das ist gleichzeitig ein Nachteil von Scirus, da alles indexiert wird, was auf irgendeinem Uni-Server abgelegt ist. Enthalten sind auch Verlagsinhalte vom Elsevier-Verlag, bei denen zwar die Abstracts in der Regel kostenlos zur Verfügung stehen, manche Volltexte jedoch kostenpflichtig sind.
Die Suchmöglichkeiten von Scirus sind wesentlich differenzierter als bei Google Scholar, Sie können zum Beispiel Ihre Suche auf einzelne Quellen, Formate, Erscheinungsjahre oder auch ein Fachgebiet beschränken.

OAIster

Eine weitere Suchmaschine für wissenschaftliche Dokumente, die auf Dokumentenservern von mehr als 1.100 wissenschaftlichen Einrichtungen weltweit liegen, ist OAIster (abgeleitet von Open Archives Initiative). Sie wurde 2002 von der University of Michigan entwickelt und ist seit 2009 in den WorldCat17 integriert, den weltgrößten Katalog von über 10.000 Bibliotheken seit 2010 auch mit eigenem Zugang. Indexiert werden nur die Metadaten frei zugänglicher Quellen auf Dokumentenservern, nicht die Volltexte. Momentan umfasst OAIster über 25 Millionen Open-Access-Ressourcen.

3. Weitere wissenschaftliche Suchdienste