Der Klügere liest rot.

Geschlechtergerechte Sprache

Heutzutage wird immer wieder auf eine geschlechtergerechte Sprache hingewiesen bzw. diese aktiv gefordert – auch in wissenschaftlichen Arbeiten. Autorin Helga Berger stellt in ihrem Buch „Schritt für Schritt zur Abschlussarbeit“ vor, welche Möglichkeiten es hierfür gibt und was die Vor- und Nachteile davon sind.

 

Muss man wirklich immer Autorinnen und Autoren sagen? Am Thema geschlechtergerechte Sprache scheiden sich die Geister.

These: Formen wie „die Autorinnen und Autoren“ machen Texte schwerfällig bis hin zur Unlesbarkeit.

Stimmt.

These: Die Verwendung von weiblichen und männlichen Formen verhindert, dass bei genannten Personen automatisch nur an Männer gedacht wird, und fördert so ein anderes Bewusstsein gegenüber Frauen.

Stimmt auch.

Aber was ist dann richtig? Die Meinungen gehen in dieser Frage weit auseinander. Deshalb ist es hier wie in kaum einem anderen Bereich wichtig, dass Sie sich an den Vorgaben Ihres Betreuers bzw. Ihres Fachbereichs orientieren. Was in einem Fach erwartet wird, kann in einem anderen absolut verpönt sein. Möglich sind

Bei der sogenannten Generalklausel wird nur die männliche Form verwendet.

Zusätzlich wird aber, meist am Anfang des Textes in einer Fußnote, darauf hingewiesen, dass dies sowohl für männliche als auch weibliche Personen gilt. Ein solcher Satz kann z. B. lauten:

In diesem Text wird aus Gründen der Lesbarkeit in der Regel die männliche Schreibweise verwendet. In diesen Fällen sind sowohl Frauen als auch Männer gemeint.

Die weibliche und die männliche Form – der Autor und die Autorin, der Autor / die Autorin – werden vollständig genannt. Wird diese Form durchgängig gewählt, wirkt das auf Dauer sehr schwerfällig. Vorzuziehen ist sie bei unübersichtlichen Konstruktionen.

Nicht: Das Begriffsverständnis dieses/-r Autors/-in

Sondern: Das Begriffsverständnis dieses Autors und dieser Autorin…

Bei einer anderen Methode wird jeweils einmal die männliche, dann die weibliche Form genannt.

Der Lehrer muss … Die Lehrerin weiß, dass sie … Der Lehrer sollte …

Aber Vorsicht: Wenn das Geschlecht der genannten Personen eine Rolle spielt – beispielsweise in einer soziologischen Untersuchung der Bildungs- und Karrierewege männlicher und weiblicher Lehrkräfte im Vergleich –, geht das natürlich nicht. Dort muss immer klar sein, ob Lehrerinnen, Lehrer oder beide gemeint sind.

Eingebürgert haben sich zudem mehrere Arten verkürzter Formen.

Sie sollen den Spagat zwischen geschlechtergerechter Sprache und Lesbarkeit des Textes schaffen. Sie entsprechen nicht immer den Rechtschreibregeln, werden inzwischen aber weitgehend toleriert:

• das sogenannte Binnen-I: AutorInnen

• die Form mit Klammern: Autor(in), Autor(inn)en

• die Form mit Schrägstrich und in: Lehrer/-innen

• die Form mit Sternchen oder Unterstrich (gender gap): Autor*innen, Autor_innen

Unumstritten sind geschlechtsneutrale Begriffe

z. B. Lehrkräfte statt Lehrerinnen und Lehrer. Wenn sich in Ihrem Text solche Begriffe anbieten, nutzen Sie sie.