Der Klügere liest rot.

Wiederholungen

Ein Phänomen der Umgangssprache, das es beim wissenschaftlichen Schreiben zu vermeiden gilt, ist die Verdoppelung (Pleonasmus):

Die überwiegende Mehrheit, das letzte Ultimatum, neu renoviert, eindeutig beweisen, wieder zurückgewinnen, noch einmal wiederholen, wieder zurückschicken, bereits schon, ganz offensichtlich.

Hierher gehören auch die »unfreiwilligen« Doppelungen wie »im PDF Format«: die Abkürzung »portable document format« enthält bereits den Begriff »Format«; »ABM Maßnahmen« (Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen Maßnahmen) oder »im OPAC Katalog«, also im »Online Public Access Catalogue«.

Abgesehen von solchen Verdoppelungen können Wiederholungen in wissenschaftlichen Texten durchaus sinnvoll sein. Ein Fachbegriff muss z.B. immer dort auftauchen, wo der bezeichnete Sachverhalt angesprochen wird. Abwechslung wäre hier fehl am Platz. Ansonsten aber sollten wir uns um eine abwechslungsreiche Wortwahl bemühen, damit unser Text den Leser nicht durch seine Monotonie langweilt.

Achten Sie bei der Suche nach Synonymen aber darauf, keine ausgefallenen Umschreibungen zu wählen, die gesucht und daher künstlich wirken: die Altvorderen sind keine willkommene Alternative zu den Vorfahren! Auch im Satzbau sind offensichtliche Wiederholungen störend. Oft genügt schon die Zusammenfassung mehrerer Aussagen in einem Satzgefüge, um Wiederholungen zu vermeiden:

»Für jeden Patienten wurden allgemeine Daten in Bezug auf das Patientengut erhoben. Außerdem wurden präoperative Befunde über den aktuellen Gesundheitszustand festgestellt. Zusätzlich wurden intraoperative Daten bezüglich der Anästhesie und deren Verlauf erfasst. Schließlich wurden alle Angaben über den postoperativen Zeitraum erfasst. Diese Daten wurden mit dem SPSS-Computer-Programm analysiert.«

Zusammengefasst könnte dieser Satz lauten:

»Für jeden Patienten wurden allgemeine Daten zum Patientengut, präoperative Befunde zum aktuellen Gesundheitszustand, intraoperative Daten zur Anästhesie und deren Verlauf sowie alle Angaben über den postoperativen Zeitraum erfasst und mit SPSS analysiert.«

Diese Variante ist kürzer und tilgt außerdem die unnötige Doppelung SPSS-Computer-Programm: in der Abkürzung SPSS ist der Begriff des Programms (package) bereits enthalten.