Der Klügere liest rot.

Titelfindung leicht gemacht

Die Titelfindung gestaltet sich oft als schwierig: zu kurz, zu lang, zu langweilig, am Thema vorbei?

In seinem kompakten „Handbuch Wissenschaftliches Schreiben“ widmet sich Norbert Franck in alphabetischer Reihenfolge den wichtigsten Aspekten einer schriftlichen Arbeit: Von A wie Abstract bis Z wie Zitat. Unter ‚T‘ diskutiert Franck in dem Kapitel zum Titel, welchen Zweck er erfüllt und wie er idealerweise aussehen könnte.

Der Titel ist die Visitenkarte einer Arbeit.

Er sollte, gleich ob Haus- oder Abschlussarbeit, wie eine Visitenkarte informativ sein und keine falschen Erwartungen wecken. Vom Titel sollte eindeutig auf den Inhalt geschlossen werden können. Ein Bewertungskriterium ist die Frage, ob die Ausführungen halten, was der Titel verspricht.

„Der Erste Weltkrieg“ – selbst eine Dissertation kann die Erwartungen nicht erfüllen, die mit einem solchen Titel verbunden werden. Deshalb haben viele Abschlussarbeiten und wissenschaftliche Veröffentlichungen oft sehr lange (und geschraubte) Untertitel: Der Erste Weltkrieg. Der Wandel der Stimmung in Deutschland in den letzten beiden Kriegsjahren. Ein Vergleich zwischen Großstadt und ländlicher Region. Die Beispiele Berlin und Uckermark (s.a. S. 157).

 

Titel müssen nicht griffig sein, sondern aussagekräftig.

Titel dürfen ein Aufmerksamkeitswecker sein, wenn der Untertitel präzise umreißt, worum es geht:

• „Du Opfer, was geht?“ Eine Untersuchung über die Jugendsprache an sieben Schulen in Berlin-Neukölln.

• „Glücklich sein, heißt ohne Schrecken seiner selbst innewerden können.“ Ein Vergleich der Konzepte eines „gelungenen Lebens“ bei Foucault und Schmid.

Nicht zweckdienlich sind Untertitel, die ein Essay erwarten lassen: Anmerkungen über …, Überlegungen zur …, Reflexionen über.

 

Links

Wenn Sie Ihre mit „gut“ oder besser bewertete Arbeit ins Netz stellen und möchten, dass sie gefunden wird, gilt es zu prüfen: Wird nach den Begriffen gesucht, die der Titel der Arbeit enthält? Hilfen zur Suchmaschinenoptimierung gibt Google: https://www.google.de/intl/de/webmasters/learn/