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Online-Vortrag

Worauf musst du achten, wenn du Vorträge online hält? Und wie kannst du Referate und Präsentationen spannend gestalten? Tipps und Tricks gibt Brigitte Teuchert in Souverän präsentieren und argumentieren (S.161f.):

Der Einstieg
Starten Sie ohne geteilten Bildschirm. Die Kacheln der beteiligten Personen sind dadurch größer. Das schafft Nähe und Aufmerksamkeit. Die Konzentration der Zuhörenden richtet sich auf die Präsentierenden und den Einstieg, nicht auf die Slides. Blenden Sie erst danach die Unterlagen ein und nutzen Sie die Möglichkeit, zu Beginn mit hoher Präsenz wahrgenommen zu werden.

Kommentierung des Vorgehens
Wenn die Einstiegssätze gesprochen sind und Sie zur Bildschirmteilung übergehen, kommentieren Sie Ihr Vorgehen. In einer Live-Situation sieht beispielsweise jede:r, wenn Sie am Laptop etwas umschalten und eine kleine Pause entsteht. Die Kamera des Computers fängt solche Bewegungen jedoch häufig nicht ein, so dass Irritationen entstehen können. Deshalb sagen Sie beispielsweise explizit: „Soweit kurz dazu, worum es heute thematisch gehen soll. Ich teile jetzt den Bildschirm mit euch, damit wir gemeinsam auf die Slides zugreifen können“. Oder: „Ich habe gesehen, dass Du, Sandra, Dich gemeldet hast. Ich möchte nur kurz den Gedanken zu Ende führen und komme gleich zu Dir zurück.“ Dadurch entstehen Transparenz und eine souveräne Wirkung.

Kachelgröße und Reaktionen der Zuhörenden
Wenn Sie den Bildschirm teilen, verkleinern sich automatisch die Kacheln, auf welchen die Zuhörenden für Sie sichtbar sind. Die Größe der Dokumente oder Slides sollte deshalb zwar für alle lesbar sein, jedoch nicht zu viel des Bildschirms ausfüllen. Es ist wichtig, dass Sie auch in Phasen der Bildschirmteilung die Reaktionen der Zuhörenden einschätzen oder Wortmeldungen sofort registrieren können. Bitten Sie auch explizit darum, sich elektronisch zu Wort zu melden, z. B. mit dem Symbol „Handheben“, wenn Fragen auftauchen. Diese Kacheln werden – bei größeren Zuhörerkreisen – nach oben sortiert, so dass Sie sie schnell erkennen können.

Struktur und Orientierung
Die Aufmerksamkeit der Zuhörenden hängt stark davon ab, dass sie jederzeit aktuelle Informationen in eine Gesamtstruktur einordnen können. Deshalb nutzen Sie vermehrt strukturierende Einschübe, wie z. B. „Die Bedeutung von action titles, die ich gerade erläutert habe, gehört noch zum Slidewriting. Kommen wir nun zum Slidewechsel“.
Auch orientierende Formulierungen sollten in einem Online-Format stärker genutzt werden. Sie haben im Gegensatz zu einer live-Situation nicht die Möglichkeit, z. B. kurz gestisch auf eine bestimmte Stelle hinzuweisen. Deshalb ist es wichtig, die Aufmerksamkeit zu steuern: „Links oben auf der Slide seht ihr …“, oder „Wenn ihr im Liniendiagramm die grüne Linie verfolgt …“.
Zwischenzusammenfassungen erleichtern ebenfalls das Aufnehmen wichtiger Inhalte. Häufiger als in Präsenz sollten Sie das bis dahin Gesagte kurz zusammenfassen und damit dessen Bedeutung herausstellen. Zwischenzusammenfassungen sind eine wichtige Merkhilfe für alle Zuhörenden.

Slidewechsel
Bereits aus dem Kapitel zu Präsentationen kennen Sie den Dreischritt beim Slidewechsel (Kap. 2.2): zunächst inhaltlich überleiten, solange noch die schon besprochene Slide eingeblendet ist. Im zweiten Schritt unmittelbar nach Einblenden des neuen Slides das Layout kurz erläutern. Dann erst in einem dritten Schritt erfolgt die Erklärung. Auf diese Systematik sollten Sie in remote-Situationen besonders achten, da die Zuhörenden auf Ihre Führung durch die Inhalte angewiesen sind. Nonverbale Hinweise wie Blickverhalten oder Gesten funktionieren nicht, so dass Sie verbal stärker gefordert sind, die Aufmerksamkeit der Zuhörenden genau auf das momentan Wichtige zu lenken.

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